Leading Story:

life by Kaffeetanten & Suppenkaspar

Böhmischer Platz Neukölln an der Schudomastrasse bis 15.September

Pic of the Day

Archiv für November 2009

Tunesien 2009

Mittwoch, 25. November 2009

O.K. ich mußte ja irgendwann Urlaub machen und entschloss mich, den Kontinent zu verlassen und nach  Afrika zu fliegen, genauer gesagt nach Tunesien und das als Pauschalreise mit Bett und was zu futtern.

Der Flug: Wir sind gut gestartet aus dem kühlen, grauen Berlin, durch Wolken hindurch, Wolken unter uns, dicht wie ein weißer Plüschteppich. Über den Alpen immer noch, so dass nur die höchsten Berggipfel ängstlich hervorlugten mit Puderzuckerschnee bedeckt. Dazwischen tiefdunkle Täler und schwarzblaue Seen.
Immer wieder dichte Wolken und dann der Küstenstreifen, flach das Land, gesäumt von einem schmalen, gelblichen Strand, winzig die Autos, noch winziger die Menschen.
So flogen wir über Italien auf das Thyrrenische Meer hinaus, über Sizilien hinweg mit schlafendem Ätna und aufgepeitschtem Meer. Die Wellenkämme schäumten weiss und überschlugen sich als hätten sie es besonders eilig ans Land zu kommen. Fast sah es so aus als wären die Wolken dort hinein gefallen.

Wir landeten in Monastir, problemlos, sanft. Es war warm, die Palmen grün, wiegend im warmen Wind. Nun war der Himmel blau und weit, der Flughafen war nur weit und gekachelt mit Marmor und Stein, bereit die nächste Hitzewelle zu verschlingen.
Ausweis, Einreisekarte, lächeln, Gepäck entgegennehmen und zum Zubringerbus gehen. Dort warteten wir dann alle auf den letzten Passagier und los ging es Richtung Sousse zu den Hotels. Die Reiseleitung sprach neben englisch, französich, spanisch, polnisch und !!!arabisch auch deutsch, welches ich am besten verstand und darum auch während des einwöchigen Aufenthalts wirklich kein Wasser vom Badewannenhahn abgeschlürft habe.

Die Ankunft im Hotel: An blühenden Oleandersträuchen, geduckten Palmen und Betonbauten vorbei, erreichten wir die umtriebige Stadt Sousse mit den Betonklotzhotels, die dicht gedrängt wie aufgefädelt einer wilden Perlenkette glichen. Nacheinander wurden wir in der einen oder anderen Pauschalhütte abgeworfen, nicht ohne Bakschich geben zu müssen, selbst Euros wurden ergiert. Wer nichts gab wurde sofort geächtet.

Geschwungener Steinbau, acht Etagen, innen gekachelt, Portier, Rezeption, Sessel, der Geruch von Erdöl und überall die Hand des Nehmens. Ich wurde wortlos in den vierten Stock eingeteilt, ungefragt auf die Strassenseite, laut wie die deutsche Autobahn, Westseite, Sonnenuntergänge. Die Matratze war ausgesprochen gut, das Bad tunesisch gekachelt sauber und schön.
Über 6oo Betten, davon die Hälfte belegt, direkt neben mir mit einem Pärchen in den oder noch Flitterwochen. Die anderen: Deutsche Rentner, russische Neureiche, polnische Mittelständler, Wochenendtunesier mit Familie, Franzosen die französisch nuschelten (ständig) und eine handvoll Niederländer, die über alles lachten, auch wenn sie alleine irgendwo herumstanden.
Ich ließ mich auf´s Bett fallen und kam erst mal an.

demnächst mehr……………………………………………………………………………..Urlaubserinnerungen.

die 7 nordafrikanischen Tage der ginalori

Dienstag, 24. November 2009

Sousse, die Stadt, laut, schmutzig, Avenuen mit Palmen, grossen Büschen herrlich blühend in kräftigen Farben, Jasmin, weiss, duftverströmend. Blauer, weiter Himmel. In den engen Gassen viele Katzen, alle mager und sehr scheu. Wenige Kinder, viele Männer, wenige Frauen, wenn dann vermummt mit blassen Kopftüchern.

Geschäfte, Essensgerüche, verkaufen, immer in Anstrengung zu verkaufen. Keine Kunst, keine Künstler an der Promenade die Bilder anbieten oder Musik machen, nur verkaufen: Essen, Tücher, Blumen, Zigaretten, Schmuck, Muscheln unter dem weiten, blauen Himmel im Winter von Tunesien.

 

1.Tag

Geschockt! Habe mich sogleich im erstbesten Geschäft überrumpeln lassen und einen überteuerten Straussenfederfeudel erworben. Erste Lektion: schau nix an, keine Ware, keine Leute, nicht lächeln, am besten die Augen geschlossen halten, am besten im Hotelzimmer bleiben.

2.Tag

Wurde von insgesamt 9 Männern in 2 Stunden massiv angebaggert und verbesserte damit mein Englisch, sowie meine spärlichen Französisch Kenntnisse. War mehr auf der Flucht als auf einem Spaziergang.
Die Bekanntschaft mit dem Mittelmeer war anfangs eher frostig, die Sonne aber brannte dafür gut von oben.
Verteilte im Hotel das erste erworbene Kleingeld (Wechselgeld vom überteuerten Feudelkauf).

 

Die Menschen in Sousse, jedenfalls die, mit denen ich sprach:

So viele Männer, Jungs, Halbwüchsige, zu zweit, gruppiert, die dunklen Augen mit einem silbernen Zielfernrohr auf Frauensuche, Kundensuche, Frauensuche mit Geld, deutsche Frauen, alleinstehende deutsche Frauen, die noch jung aussehen, unverschrumpelte, langhaarige Frauen, so wie ich. Zu alt für deutsche dreissigjährige Männer, gerade richtig für fünfundzwanzigjährige Tunesier oder Algerier.
Und dann der immer wiederkehrende Anmachsatz: Hallo! Schöne Frau, du Deutsche, allein, wo Mann, wo wohnen, warum allein, ich liebe dich, ja,nein, ja.
Immer du, nie Sie. Sex,Geld,Sex. Haben die eigentlich Kondome dabei? Gummi arabicum!
Diese Hallodrios!

 

3.Tag

Das Essen am Buffet wiederholt sich, sieht nach einer Diät für mich aus. Habe das Rauchen wieder angefangen, wegen dem Dauerstress der Hallodrios;schöne Deutsch, du Frau?
Die Badewanne ist klein und stumpf, das Wasser aber heiß. Die Betten sind oke, nur dieser entsetzliche Strassenlärm auch bei geschlossenem Fenster ist teilweise nur mit einer ordentlichen Portion Alkohol zu ertragen, prost.
Mein Rückzugsort: das Hotelzimmer ( ist ein Badeurlaub auch so einer, wenn man nur im Hotelzimmer täglich in die Wanne steigt?)

4.Tag

Unternahm eine Kameltour auf einem Dromedar. Blieb einfach bis Mittag auf dem Zimmer und rannte dann zum Kameltreffpunkt. Touristen aus den verschiedenen anliegenden Hotels werden zusammen gesammelt und in Autos getrieben, die dann zu einem größeren Sammelplatz fahren. Dort wird dann in ein Touristentaxi gestiegen( ein Touristentaxi unterscheidet sich von einem privaten Auto nur in der Fahrweise des Fahrers sowie in der Bereifung, Bremsen, Licht und Federung).
Nun werden wir ausserhalb von Sousse gebracht und das in einer solch rasanten Tour, die uns alle daran erinnert, bei einer Reise ins Ausland doch vorher ein Testament zu hinterlassen.
Wie still das Land und trocken, einzelne Häuser, mehr Frauen auf den Strassen und dann der Platz der Kamele, insgesamt fünf und zwei Pferde und ein Esel und ein Karren, auch drei Kameltreiber, die uns alle, Tier und Mensch für die nächsten 2 Stunden durch die mit Oregano bewachsene Wildnis schreien:Saaaaaassss!!!!!
Es sitzt sich gut, es sitzt sich hoch auf diesen Tieren, aber sie sind freundlich oder gedopt, ich wollte es nicht so genau wissen. Das Stück Stoff, was uns die Treiber auf dem Kopf befestigten und einen Turban darstellen soll, kostete am Ende der Tour überteuerte drei Euro. Die Fotos, die sie von uns machten, meistens in der unmöglichsten Situation (leichtes abrutschen vom Kamelhöcker) wurde für ein bescheidenes Vermögen veräußert. Der Zwischenstopp an der Oase, die eher wie ein abgewracktes Bauerngut ausschaut, kostet auch, allein die Getränke und das viele Trinkgeld. Ich hoffe, das sie den Dromedars auch was abgeben, die Tierchen sahen auch etwas verhungert aus.
In der Oase backt eine alte Berberin Brot (überteuert). Wir Touristen sitzen auf teils kaputten Plastikstühlen und sehen ihr zu (kostenlos). Es gibt sogar eine Toilette, nur für uns Touristen, der Gestank ist auf zig Kilometer unüberriechbar.
Nach der Pause geht´s wieder zurück zum Ausgangspunkt, es wird nochmal ordentlich die Hand aufgehalten, dann in die Taxifalle und im Centrum Sousse herausgelassen. Ich muß also noch ein paar Meter laufen zu meinem Hotel: Hallo, schöne Frau, du Deutsch. NO! Ah, englisch, hello Lady……..

5.Tag

Nach dem Einerlei Frühstück über Autobahnstrasse zum Meer gerannt, ohne Geld, dem Zimmerschlüssel die Zimmernummer entfernt, ein Handtuch und etwas Sonnencreme (LSF 70) unter´m Arm. Die Kühle des Meeres erinnert mich an deutsches Wetter, erträglich. Einige sehr ältere Touristen stehen bis zum Bauchnabel im Wasser ( im Alter ist man schmerzunempfindlicher). Ich schwimme an ihnen vorbei, hinaus und genieße das Alleinsein…..gerade mal für ein paar Minuten, dann werde ich doch tatsächlich von einem (abgehärteten) Nordafrikaner angeschwommen. Hallo! Kaltes Wasser? Nein, eher nur nass. Hehe.
Schwimme ich die 170 Kilometer bis nach Sizilien oder sollte ich mich in einen Hai verwandeln? Hier war klar, was mir dieser Hallodrio verkaufen wollte: seine Badehose!

5.Tag am Abend

in der hoteleigenen Disko. Es spielt eine Cover Band in den aufsteigenden Farben schwarz, dunkelbraun, nougat. Die Hits von den Beatles, Aznavour,Petry und sowas, Musik, die ich sehr selten höre, erst recht nicht gecovert. Kaum lausche ich dem ersten Song, springt der Barman heran. Ich bestelle Bier. Preiswert 0,60 eurocent, mit Trinkgeld ( damit ich auch ein ordentliches Bier bekomme) 1,60 Euro. Ich hab ja in Dinar bezahlt und das baggern blieb selbstverständlich nicht aus. Ich traf Ainuz, charmant, gute Geschichte, schnell zum (G) Punkt kommend und meine elegante, bestimmte Absage angenommen und schnell verschwunden (sein Kumpel hatte wohl zwei Schnecken aufgerissen). Dann Germain, schneidig, jung, hektisch, wollte unbedingt und bat mir auch Drogen an (Undercover Agent?). Ali, der zweite Barman versuchte auch sein Einkommen aufzubessern und versuchte mich mit einem Cocktail zu bestechen.
Es erinnerte mich ein wenig an einen Sklavenmarkt, obwohl ich nie auf einem solchen war. Nach dem zweiten Bier ging ich, die Band spielte ihren dritten Song lalala und ich nahm noch ein Bier mit auf´s Zimmer.
Im Fahrstuhl mit einem Deutschen Rentner zusammen. Hallo Fräulein, sie wollen das Bier doch nicht ganz alleine trinken? Doch! Will ich!

 

6.Tag

Sonntag und ungefähr 2% ruhiger. Zum ersten Mal höre ich das Schaf vom Haus gegenüber, ich hatte es gestern abend gesehen, was solls, ich habe eine dicke, gestreifte Katze in der Wohnung, das Schaf hat wenigsten einen Balkon.
Weil ich so früh wach geworden bin, gefrühstückt und unternehmungslustig, entschied nach el Kantouri zu wandern, am Strand acht Kilometer hin und dieselben zurück. Aber wie die ca. 150 Baggermänner fernzuhalten, die Möglichkeit eines Strandspazierganges Wirklichkeit werden zu lassen, zu genießen,wie;miteinem Kopftuch, welches das Haar verdeckt, die Sonnenbrille, keine Mimik und eine unbekannte Sprache, wie z.B. isländisch,  sprechen.
Ein wunderschöner Tag, Sonne (einschließlich Sonnenbrand an den Waden), nur sieben Animateure, wobei einer darauf beharrte, keiner zu sein, dieser verstand auch nicht, das es in Island keine Sprache gibt, die er auch sprechen könne. Das war sogar ganz amüsant.
el Kantouri ist hübsch, wesentlich ruhiger, kleiner und mehr Polizei. Ich saß für gut 15 Minuten auf einer Bank und betrachtete die wunderschönen Blumen, warm, mild, beschaulich. Kein Gigolo. Warum hatte ich nach Sousse gebucht, warum hatte mich das Reisebüro nicht aufgeklärt?
Ich lief die acht Kilometer zurück, beschleunigte auf die letzten 200 Meter und warf mich erschöpft in die Decke.

7.Tag

Abreise. Koffer packen, die Muscheln, die wenigen gesammelten und eine gekaufte (überteuert) gut verstauen, eine Handvoll Souvenirs, nach hause. Endlich in die ruhige, eigene Wohnung, oje, das schöne türkisfarbene Meer, endlich wieder den Kopf nach oben halten können und sich umsehen, das schöne Wetter oje. Aber gefreut habe ich mich auch auf mein Berlin. Es war schon eine Erfahrung und hat mir geholfen, schneller und mitfühlender zu entscheiden.
Der Bus kam pünktlich, wir rasten zum Flughafen, vorbei an unbefestigten Seitenstrassen, alten Blechhütten, bärtigen, verschrumpelten Tunesiern und Flüssen und unendlich vielen Plastikflaschen, zerbeult.
Schnell und pünktlich eingecheckt, abgehoben, weggeflogen, schneller angekommen als geplant, Bus kam sofort, U-Bahn auch, ganz schnell von Nordafrika nach Berlin.
Hab` am Abend mal nach den Kanaren ( Pauschalreise) geschaut und mein Badeanzug ist noch ganz salzig.

 

 

 

Nacht und Nebel mit Mord und Borscht

Mittwoch, 04. November 2009

Wer schon immer einen Mord aufklären wollte, sollte am Sonnnabend den 07.11.09 um 20 Uhr am Richardplatz an der Bethlehem Kirche sein, denn dort und nur dort startet der Detektiv Borscht seine Ermittlungen.

Es geht zu den Verdächtigen, die sich gerade auch im Kiez befinden und natürlich immer dem anderen die Schuld zuschieben, bis Borscht mit Hilfe von EUCH dann endlich den Fall löst.

Den Hobbydetektiven winken viele interessante Preise und eine aftermord Party gibt es dann auch noch.

Ach ja, ich bin auch dabei, als ….. verrate ich nicht, mal sehen, ob ihr mich erkennt. Einfach vorbei kommen und mordsmäßig miträtseln!